Immuntherapie mit dendritischen Zellen

Immuntherapie mit dendritischen Zellen

Wir alle sind Tag für Tag mit Bakterien, Viren und Pilzen in Kontakt. Weshalb werden wir trotzdem nicht öfter krank? Das liegt an unserem Immunsystem, welches diese Erreger abwehrt.

Das Immunsystem bekämpft aber nicht nur Viren und Bakterien. Manchmal beginnen sich unsere eigenen Körperzellen unkontrolliert zu teilen. Solche Zellwucherungen bilden sich in unserem Körper jeden Tag. Trotzdem entsteht durchschnittlich auf 200 Lebensjahre nur einmal Krebs – dank der Kraft unseres Immunsystems.

Das menschliche Immunsystem erkennt also fast alle bösartig wuchernden Zellen, aus denen sich Krebs entwickeln könnte und vernichtet sie, ohne dass wir etwas davon merken.

Die Immuntherapie mit dendritischen Zellen nutzt diese Fähigkeit des Immunsystems, um Krebs zu bekämpfen.

Krebs und das Immunsystem

Das Immunsystem erkennt bösartige Zellwucherungen fast immer. Manche wuchernden Zellen sind aber so verändert, dass das Immunsystem Schwierigkeiten hat, sie als bösartig einzustufen. Hinzu kommt, dass Tumore ab einer gewissen Grösse Botenstoffe produzieren, die unser Immunsystem schwächen.

Krebspatienten haben daher oft ein geschwächtes Immunsystem. Ärzte versuchen dann mit Medikamenten, Vitaminen und Spurenelementen oder durch komplementärmedizinische Behandlungen ihr Immunsystem zu stärken.

Was ist Krebs

Krebs entsteht, wenn sich eine Zelle im Körper der strengen Kontrolle unseres Körpers entzieht. Die Zelle beginnt sich ungehemmt zu vermehren und produziert Abkömmlinge, die in umliegendes Gewebe eindringen.

Breiten sich diese entarteten Zellen über Lymph- und Blutbahnen aus, können sich in diesem Stadium Metastasen bilden. Metastasen sind die «Tochtergeschwülste» der entarteten Zellen.

Es gibt etwa hundert verschiedene Krebsarten. Sie unterscheiden sich z.B. bezüglich des Durchschnittsalters in dem sie auftreten, der Wachstumsgeschwindigkeit und der Neigung Metastasen zu bilden.

Wie funktioniert die dendritische Zelltherapie?

Dendritische Zelltherapie Informationen

Die Immuntherapie mit Dendritischen Zellen nutzt die Kraft unseres Immunsystems. Sie besteht aus 3 Schritten:

1. Dendritische Zellen «züchten»

Der Patient:In wird 200 ml Blut entnommen. Im Labor isolieren die Spezialisten aus dieser Blutprobe Zellen, die sich zu dendritischen Zellen entwickeln können. Diesen «Vorläuferzellen» gibt man im Reagenzglas Botenstoffe und Wachstumsfaktoren hinzu. Diese sorgen dafür, dass sich die Vorläuferzellen innerhalb von 7 Tagen zu dendritischen Zellen entwickeln.

2. Dendritische Zellen mit Informationen beladen

Die so entstandenen Dendritischen Zellen erhalten noch im Reagenzglas Informationen, mit denen sie später Krebszellen im Körper erkennen können. Diese «Informationen» bestehen aus abgetöteten und speziell behandelten Krebszellen des jeweiligen Patienten.

3. Den Krebs im Körper bekämpfen

Die Patient:Innen erhalten eine Spritze mit den (mit Informationen beladenen) dendritischen Zellen. Die dendritischen Zellen wandern durch das Lymphsystem des Körpers und geben die Informationen an die Killerzellen (T-Lymphozyten) weiter. Durch den Kontakt mit den dendritischen Zellen werden die Killerzellen aktiv und bekämpfen im ganzen Körper die Krebszellen.

Ausserdem aktivieren die dendritischen Zellen die T-Helferzellen. Die T-Helferzellen unterstützen die Killerzellen bei der Bekämpfung der Krebszellen.

Dendritische Zelltherapie - Unterschied zu Chemotherapie oder Bestrahlung

Die Behandlung mit dendritischen Zellen nutzt das körpereigene Immunsystem, indem sie es mit den nötigen Informationen versorgt, um den Tumor zu erkennen und zu bekämpfen. Bei Therapieformen wie z.B. der Chemotherapie oder der Bestrahlung, werden körperfremde Substanzen oder Strahlen eingesetzt, um den Tumor zu bekämpfen. 

Mit welchen Nebenwirkungen müssen Sie rechnen

Die Dendritische Zelltherapie hat meist nur sehr harmlose Nebenwirkungen. Sie klingen nach kurzer Dauer schnell ab und beeinträchtigen die Patient:Innen in der Regel kaum oder gar nicht.

Die seltenen Nebenwirkungen entstehen meist aufgrund der Immunantwort des Körpers. Sie gleichen in der Regel Beschwerden bei einem Infekt, bei welchem Entzündungsbotenstoffe freigesetzt werden: Leichtes Fieber, Sie fühlen sich matt oder die Lymphknoten schwellen an. Gelegentlich ist eine Rötung an der Einstichstelle sichtbar

Wie lange müssen Sie nach der Behandlung in der Klinik bleiben

Da die Dendritische Zelltherapie (DZT) kaum Nebenwirkungen hat, ist für die Behandlung kein Klinikaufenthalt notwendig. Die Therapie wird ambulant durchgeführt.

Der erste Termin mit der Blutentnahme dauert zwei Stunden.
Der zweite Termin mit der Injektion eine Woche später dauert ebenfalls zwei Stunden. 


Kann die Dendritische Zelltherapie gleichzeitig mit anderen Therapien erfolgen?

Grundsätzlich können Sie die Immuntherapie mit Dendritischen Zellen gleichzeitig mir anderen Krebsbehandlungen durchführen. Die verschiedenen Behandlungen sollten jedoch zeitlich aufeinander abgestimmt werden.


Soll man andere Therapien zu Gunsten der Dendritischen Zelltherapie stoppen?

Die Zahl der Studien zum therapeutischen Nutzen von dendritischen Zellen in der Tumorbehandlung wächst laufend. Sie sollten auf keinen Fall auf die Standardtherapien verzichten. Diese Therapieformen haben in umfangreichen Studien bereits ihre Wirksamkeit erwiesen.

Wem und bei welcher Krebsart kann die Immuntherapie mit dendritischen Zellen helfen?

Die Therapie kann bei verschiedenen Tumorerkrankungen in Betracht gezogen werden. Ob sie im individuellen Fall sinnvoll ist, wird nach ärztlicher Prüfung entschieden. Die einzige Ausnahme ist Blutkrebs (Leukämie).

Am meisten Erfolg zeigt die Behandlung, wenn nur kleine Mengen an Tumorzellen im Körper sind. Dies ist beispielsweise kurz nach einer Operation der Fall, bei der der Tumor entfernt wurde.

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Wann sollte man mit einer Immuntherapie mit dendritischen Zellen beginnen?

Das Immunsystem von Patienten, die nur wenige Tumorzellen im Körper haben, funktioniert wesentlich besser als bei Menschen mit grosser Tumorlast.

Genau wie bei den anderen Krebstherapien, beispielsweise der Chemo- und der Strahlentherapie, ist die Therapie umso erfolgreicher, je früher Sie damit beginnen.

Kann die Dendritische Zelltherapie Krebs heilen?

Wir unterscheiden 2 Fälle:

Fall 1: Patienten mit einem primären Tumor, der operativ entfernt werden konnte und der noch keine Metastasen gebildet hat:

Ziel der Therapie ist es in diesem Fall, 1. die Heilung und 2. den Rückfall und das Verhindern des Wiederauftreten des Krebses zu unterstützen. Ein einziger Behandlungszyklus reicht aus.

Fall 2: Patienten deren Tumor nicht entfernt werden konnte, bei denen sich Metastasen gebildet haben und andere Organe befallen sind:

Ziel der Therapie ist das Fortschreiten und den Befall weiterer Organe zu verlangsamen. Je nach Krebsform und individuellem Fall gibt es hier gemäss WHO-Kriterien Ansprechraten von 60 bis 65 Prozent.

Der Krebs geht zwar nicht weg, Ziel der Behandlung ist es aber, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität zu unterstützen.

In diesem Fall ist oft mehr als nur ein Therapiezyklus nötig. Je nach individueller Situation wird ein weiterer Zyklus nach 6 bis 9 Monaten wiederholt.

Wie lange dauert es, bis die Behandlung wirkt?

Ergebnisse kann man innerhalb von 3 Monaten erwarten. Die volle Wirkung der Dendritischen Zelltherapie stellt man nach 6–9 Monaten fest.

Wo wird die Immuntherapie mit dendritischen Zellen (DZT) durchgeführt?

Die Behandlung erfolgt in einer Privatklinik in Deutschland. Mit Ausnahme einiger Baltischer Staaten gibt es in Europa in anderen Ländern Europas keine Zulassung für die DZT. Der Versand der Zellen wie er zum Teil angeboten wird, ist nicht erlaubt. Unter anderem, weil die Wirksamkeit der Zellen nach einem Transport nicht garantiert ist.

Einfach für den Patienten, aufwändig in der Herstellung

Für Patienten ist die Therapie mit dendritischen Zellen sehr einfach. Es wird in einem ersten Termin Blut abgenommen. In einem zweiten Termin werden die Zellen dem Patienten unter die Haut gespritzt.

Die Herstellung eines „Zellpräparates“ mit dendritischen Zellen hingegen, ist aufwendig. Sie darf nur in einem hierfür behördlich zugelassenen Speziallabor der obersten Qualitätsklasse mit umfangreicher Ausrüstung, durchgeführt werden.

Es sind hochqualifizierte Mitarbeitende nötig, um das Zellpräparat nach strengsten Vorschriften herstellen.

Wissenschaftliche Grundlagen

Die dendritische Zelltherapie wurde 1973 erstmals beschrieben. Die Entdeckung dendritischer Zellen wurde 2011 mit dem Nobelpreis gewürdigt. Die klinische Anwendung in der Onkologie wird weiterhin wissenschaftlich untersucht. In Deutschland basiert die Anwendung heute auf über 20 Jahren klinischer Erfahrung und gilt als fester Bestandteil der integrativen Onkologie.

Klinische Versuche mit der Impfung mit dendritischen Zellen

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Die Vorteile der Dendritischen Zelltherapie

Diese Therapie aktiviert die eigenen Immunzellen und hilft dem Körper, den Krebs eigenständig zu besiegen. Dendritische Zellterapie hat geringe oder gar keine Nebenwirkkungen und ist für alle Krebsarten geeignet mit Ausnahme von Blutkrebs (Leukämie).

Reduziert die Tumorlast bis 


Aktiviert immunologische Mechanismen gegen Tumorzellen


Unterstützt Vermeidung von Rückfall und Wiederauftreten


Praktisch keine Nebenwirkungen


Verbessert die Wirkung anderer Krebstherapien


Kein Stationärer Klinikaufenthalt


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